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Aus dem Werbelektorat: Sprachtipp 1/2016
Der Gedankenstrich (I) – die korrekte Länge


Der Gedankenstrich. Die korrekte Länge.

Der Gedankenstrich. Die korrekte Länge.

Der Gedankenstrich, vor allem der einfache, wird in der modernen Sprache fast inflationär verwendet. In der Regel kann er immer dann gesetzt werden, wenn in einem Satz eine deutliche Sprechpause vorliegt. Er hilft dann dem Leser, die Struktur eines Satzes schneller zu erfassen. Daneben kann der Gedankenstrich wichtige Satzelemente betonen. Trotz seiner häufigen Verwendung ist jedoch immer wieder unklar, wie ein korrekter Gedankenstrich auszusehen hat. Vor allem seine Länge bereitet Schwierigkeiten.

Länger als der Bindestrich, kürzer als das Minuszeichen
Was nicht alle Verwender wissen: Ein Gedankenstrich ist länger als ein Bindestrich. Falsch wäre somit beispielsweise Folgendes: »Konto wechsle dich ‐ einfach und unkompliziert«. Die korrekte Länge sieht so aus: »Konto wechsle dich – einfach und unkompliziert«. (Triodos Bank) Im Duden heißt es dazu schlicht: »Der Gedankenstrich ist länger als der Bindestrich und in der Regel kürzer als das Minuszeichen.« (Duden, Die deutsche Rechtschreibung, Bd. 1, 26. Auflage, S. 106)

Typografie und richtige Darstellung in Computersystemen
Typografisch entspricht der Gedankenstrich einem Halbgeviertstrich, also einem waagerechten Strich mit der Länge eines Halbgevierts. Ein Geviert ist eine Maßeinheit aus der Zeit, als Bücher noch im Bleisatz gesetzt wurden. Wenn Sie es gerne genauer wissen möchten: Gut erklärt wird dies in diesem Artikel bei wikipedia.

In Microsoft Word können Sie den Gedankenstrich über die Tastenkombination »Strg« und das Minuszeichen des Ziffernblocks erzeugen. Alternativ können Sie die Alt-Taste gedrückt halten und nacheinander die Ziffern 0 1 5 0 über den Ziffernblock eingeben (gilt allgemein für Windows). Word erzeugt den Gedankenstrich teilweise auch eigenständig. Darauf verlassen sollten Sie sich allerdings nicht, da das Programm den Gedankenstrich nicht immer als solchen erkennt.

Falls Sie für Ihre Website oder Ihr Blog HTML verwenden: Hier wird der Gedankenstrich korrekt als – (inklusive Et-Zeichen und Strichpunkt) dargestellt. Dies geht zurück auf Unicode, wo der Gedankenstrich an Position U+2013 unter dem Namen EN DASH enthalten ist.

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Im nächsten Sprachtipp aus dem Werbelektorat erfahren Sie, wie Sie den Gedankenstrich korrekt einsetzen: Der Gedankenstrich (II) – so verwenden Sie ihn richtig.

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Die Autorin, Kerstin Schuster, ist Texterin und Freie Lektorin mit Schwerpunkt Wirtschaft und Finanzen.
Kontakt: Tel. 07621 1605700, info(at)kerstinschuster.de, www.kerstinschuster.de

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